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E-book

Bewusst oder unbewusst?

ISBN: 978-3-527-64115-4
161 pages
March 2012
Bewusst oder unbewusst? (3527641157) cover image

Description

What is consciousness? This is the main question asked by the author, Prof Schuster, a specialist in complex adaptive systems and evolution models. From a natural scientific viewpoint he seeks answers to such questions as: How does this process work? How is our consciousness functionally organized as an evolutionary control process? And what is the difference between us and animals?
Based on the hypothesis that human consciousness mainly has large evolutionary benefits in social behavior, this book investigates in a fascinating way the anatomical fundamentals, the development of conscious thought in the course of evolution, the creation of the self-image, empathy and language. Further, the possible dangers of artificial consciousness are discussed, a threat posed, for example, by even more intelligent computers.
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Table of Contents

EINLEITUNG
Motivation
Wie wollen wir vorgehen?
Übersicht
GRUNDKONZEPTE
Kontrollschemata
Das Netzwerk der Nervenzellen
Funktionale Arbeitsbereiche im Gehirn
Qualia
GRUNDLEGENDE EXPERIMENTE ZUM BEWUSSTSEIN
Bewusstlosigkeit durch Anästhesie
Schlaf und Bewusstsein
Worterkennung
Synchronisation
Aufmerksamkeit
ENTSTEHUNG DES SELBSTBILDES
Selbsterkenntnis im Spiegel
Das Selbstbild als gelernte dynamische Körperkarte
Das Hierarchiespiel führt zum Selbstbild
METAEBENBILDUNG
Verfolgungsspiel
Homunculi
"Kernbewusstsein" und Bedeutung
EMPATHIE
Test für Empathie
Spiegelneuronen
Das Hutspiel und Empathie
Betrügen
SPRACHE
Kommunikation und Bedeutung
Grammatik
Netzwerke
Sprache als Denkwerkzeug
FREIER WILLE
Experimente
Verantwortung?
Konsequenzen
ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Zusammenfassung
Ausblick
ANTWORTEN AUF "HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN"
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Author Information

Heinz Georg Schuster ist Professor für Theoretische Physik an der Universität Kiel. Seine Forschungsfelder sind Nichtlineare Dynamik sowie Komplexe Adaptive Systeme und Evolutionsmodelle. Hierbei geht es um die Untersuchung von künstlichen neuronalen Netzwerken. Sowohl ihre theoretische Eigenschaften als auch die biologische Modellierung stehen im Mittelpunkt der Forschungsinteressen. Professor Schuster veröffentlichte Lehrbücher zu Chaostheorie und neuronalen Netzen, die in mehrfachen Auflagen erschienen.
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Reviews

"... Wer sich aber auf das hohe fachliche Niveau einlassen kann, wird nach der Lekture von Schusters Buch sich selbst und das eigene Verhalten anders wahrnehmen. ..."
Deutschlandradio Kultur

"... Der theoretische Physiker Heinz Georg Schuster prasentiert verstandlich, was Forscher bislang uber das Bewusstsein herausgefunden haben. ...."
Die Welt

"...Der Autor stellt ein hochkomplexes, fur das menschliche Selbstverstandnis jedoch sehr bedeutendes Thema allgemeinverstandlich dar, sodass ein breiter Leserkreis angesprochen wird: Vorkenntnisse sind zur Lekture nicht vonnoten. Zahlreiche Grafiken veranschaulichen den ohnehin gut nachvollziehbaren und an keiner Stelle "trockenen" Text. Auf diese Weise erhalt der Leser einen weit gefassten Einblick in die verschiedenen Auspragungen des Bewusstseins und deren neuronale Grundlagen..."
www.sandammeer.at, 06/2007

"Besonders geschatzt habe ich die Klarheit der Argumentation und die Zusammenfassung der Ergebnisse je Kapitel, weshalb ich das Buch schon oft in die Hand genommen habe. Die Ideen und Beispiele sind herrlich - pragnant und einfach."
Richard Mischak fur spektrum, 11/2008


Am Anfang steht das Staunen
Was ist Bewusstsein? Und wie funktioniert es? Mit diesen einfachen Fragen beginnt Heinz Georg Schusters Buch "Bewusst oder unbewusst?", und mit guten Beispielen aus der Welt der Tiere sowie einigen Experimenten gelangt er schon nach wenigen Seiten zu seiner Definition: "Bewusstsein ist ein Kontrollprozess, der unser soziales Leben fortlaufend so optimiert, dass wir als Gesellschaft besser in unserer Umwelt uberleben konnen".
Schnell werden dann auch die verschiedenen Bewusstseinskategorien vorgestellt: die der Aufmerksamkeit, des Korpers, das mitfuhlende, symbol- und sprachgestutzte Bewusstsein. Im 2.Kapitel fuhrt uns der Autor in die Welt der Synapsen und zeigt unser heutiges Verstandnis der "neuronalen Karten". Man staunt, wenn man erfahrt, dass die Verbindungen der Neuronen in unserem Gehirn etwa 100 000 Mal gro?er sind als die Verbindungen unseres Gehirns mit den Sinneszellen zur Au?enwelt: "Das Gehirn redet daher meistens uber die durch innere Ruckkoppelungsschleifen verbundenen neuronalen Karten mit sich selbst", so der Autor.
Noch im stellt er auch die biologisch unterscheidbaren funktionalen Arbeitsbereiche in unserem Gehirn vor: die Wahrnehmung (fur die Eingangsdaten), das motorische System (fur willkurliche und unwillkurliche Handlungen), das vegetative, limbische (zur vernunftigen Bewertung) und kognitive System (zur Handlungsplanung unterstutzt durch Sprache und Gedachtnis). Sie alle tragen zum Aufbau kultureller Erfahrung bei.
Dies alles fuhrt zu Schusters Arbeitshypothese eines globalen "Arbeitsplatzes" - und damit ergibt sich auch das erste Merkmal unseres Bewusstseins: das Selbstbildnis. Im Hierarchiespiel erkennen wir den Unterschied zwischen Selbst und nicht Selbst, ein zweites wesentliches Merkmal des Bewusstseins, so der Autor. Mit der Fahigkeit zur Metaebenenbildung ausgestattet, arbeiten wir mit einem System, das die Fahigkeit zur Selbstreflexion hat. Wir konnen uns selbst und unsere Umgebung immer wieder von hoheren Warten - also hoheren Metaebenen - aus betrachten. Wie ein Feldherr bei einer Schlacht, begeben wir uns immer wieder auf einen hoheren Berg, um das Geschehen uberblicken zu konnen.
Als nachstes folgt die Empathie, die wir heute im Alltag vielfach anwenden - unsere soziale Intelligenz wird daran gemessen. In diesem Zusammenhang werden auch die Spiegelneuronen erstmals vorgestellt. Defekte in diesem System werden autistischen Menschen zugeschrieben. Als drittes Grundelement stellt der Autor die Sprache zur Diskussion. Wir erfahren von den Bewusstseinszustanden anderer Menschen am meisten aus ihren Berichten uber innere Zustande. Nichtansprechbarkeit gilt auch als eines der Zeichen der Bewusstlosigkeit. Und die Sprache ist Kitt fur unsere Sozialebene und ermoglicht uns die Losung von gemeinsamen Aufgaben. Diese Systeme verandern sich standig durch Lernen: Wenn wir also unser Bewusstsein als Kontrollprozess beschreiben wollen, so ist er um viele Gro?enordnungen komplexer als alle Prozesse, die wir heute aus der Industrie kennen.
Das Kapitel schlie?t ubrigens mit der Analyse des Betrugens ab, welches mehrere Voraussetzungen benotigt: Man muss sich in den anderen hineinversetzen konnen (Empathie). Man muss erkennen, was der andere nicht sehen kann (Metaebenenbildung). Und man muss aus eigener Erfahrung (Gedachtnis) wissen, welche Lucken im Wissenssystem des Anderen existieren, um diese dann zum Betrugen auszunutzen. Das Buch selbst endet mit Kapiteln uber den freien Willen und das Gruppenbewusstsein. sowie einer Sammlung haufig gestellter Fragen.
Besonders geschatzt habe ich die Klarheit der Argumentation und die Zusammenfassung der Ergebnisse je Kapitel, weshalb ich das Buch schon oft in die Hand genommen habe. Die Ideen und Beispiele sind herrlich - pragnant und einfach. Insgesamt sind wir jedoch wohl noch Lichtjahre von einer Theorie des Bewusstseins entfernt. Das illustriert auch der Vergeich der Anzahl der Neuronen in unserem Gehirn und der Sterne im Weltall: Beides sind hochkomplexe Systeme, beide besitzen 1011 Elemente - und beide sind noch lange nicht endgultig verstanden.
Spektrum direkt November 2008. www.wissenschaft-online.de



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