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Chemiker im "Dritten Reich": Die Deutsche Chemische Gesellschaft und der Verein Deutscher Chemiker im NS-Herrschaftsapparat

ISBN: 978-3-527-69133-3
742 pages
February 2015
Chemiker im "Dritten Reich": Die Deutsche Chemische Gesellschaft und der Verein Deutscher Chemiker im NS-Herrschaftsapparat (3527691332) cover image

Description

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) wurde 1949 gegrundet und ist heute mit uber 30.000 Mitgliedern, vorrangig aus Hochschulen und Industrie, die gro?te kontinentaleuropaische chemische Gesellschaft.
Ihre im 19. Jahrhundert gegrundeten Vorgangerorganisationen, die Deutsche Chemische Gesellschaft (DChG) und der Verein Deutscher Chemiker (VDCh), wirkten als die Motoren der so erfolgreichen Chemie in Deutschland und sind Teil des Erbes der GDCh. Dessen dunkle Seite begann man erst ab 2001 zu untersuchen. Bis dahin sorgten auch in diesem Bereich unserer Gesellschaft existierende Kontinuitaten dafur, dass der Mantel des Schweigens uber Leben und Wirken der mannerbestimmten Verbande und ihrer Protagonisten gebreitet wurde. Viele Opfer des totalitaren NS-Staates blieben ganzlich unbekannt.
Der Wissenschaftshistoriker Helmut Maier legt nun eine eindrucksvolle, umfassende und unabhangige Studie uber Funktionen und Strukturen der DChG und des VDCh von 1933 bis 1945 vor. Detailliert wird der Weg auch weniger bekannter Chemiker aus Forschung, Industrie und dem deutschen chemischen Literaturwesen beschrieben, sowie Einzelschicksale systematisch aufgespurt und beleuchtet.
Erstmals existiert ein Gesamtbild uber die Berufsgruppe der Chemiker, ihre fur das ?Dritte Reich? so bedeutende Rolle und damit vor allem eine mahnende Erinnerung fur alle Nachfolgegenerationen.
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Table of Contents

Geleitwort
Vorwort
1 Einleitung
1.1 Grunderzeiten der Chemie (1850?1900)
1.2 Die Chemiker des Kaisers (1900?1919)
1.3 Weimarer Krisenjahre (1919?1933)
2 ?Gleichschaltung? ? ?ohne zwangsweise Eingriffe? (1933?1934)
2.1 Machtkampfe: Robert Ley, Gottfried Feder und die NS-Aktivisten
2.2 Selbstgleichschaltung und Beitritte des VDCh zu NS-Organisationen
2.3 ?Gleichschaltung? und ?Arisierung? der DChG (1933?1934)
2.4 Reichs-Chemiker-Kammer, ?Bildersturmer? und ?Burgfrieden?
3 Die Disziplinierung standespolitischen Eigensinns (1934?1937)
3.1 Berufsstandische Stellen (VDCh) und die ?stillschweigende Arisierung?
3.2 Die Haber-Gedachtnisfeier (1935): ?Was wurde der Fuhrer [...] tun??
3.3 ?Es fehlt noch das NS?: VDCh und DChG als Hauptvereine des BDCh
3.4 ?Wir sind jetzt ein NS-Bund? ? die Chemikervereine im NSBDT
4 Die Fachgruppe Chemie im NSBDT (ab 1937)
4.1 Freiwillige Eingliederung, Generationswechsel und die Plassenburg
4.2 Unvollendete Satzungsanderungen: Komplikationen der ?Arisierung?
4.3 Generationswechsel (DChG) und der Kampf mit der Wirtschaftsgruppe
4.4 ?Evviva il Duce!? ? Internationale Beziehungen bis 1939
5 Fachgruppenarbeit und Mitgliederentwicklung
5.1 Gas- und Luftschutz und das Archiv der Gaskampfstoffe
5.2 Wirtschaftschemie, Vierjahresplan, Kunststoffe
5.3 ?Nordrassische? Wissenschaft? ?Deutsche Chemie? und Chemiegeschichte
5.4 ?Unbekannt verzogen? (1938/39) ? Mitglieder, Emigranten, Vergessene
6 Die Kriegsarbeit der Reichsfachgruppe Chemie im NSBDT
6.1 Kriegstagungen, Reichsredner und Gauhauser der Technik
6.2 Uk-Stellungen: ?W-Betrieb mit Betreuung Heer? (DChG)
6.3 Reichsstellennachweis, Militarchemiker und territoriale Expanison
6.4 Hierarchie und Standesdunkel: Die Chemotechniker-Kontroverse
7 Gemeinschaftsarbeit fur den NS-Vernichtungsapparat
7.1 Zentralisierung der Gemeinschaftsarbeit in Frankfurt (VDCh)
7.2 Verein Europaischer Chemiker? Internationale Beziehungen im Krieg
7.3 Mobilisierung der Forschung, Raubaktionen und KZ-Haftlinge
7.4 Schicksale: Gefallene, Inhaftierte, Deportierte, Suizide
7.5 Verlagerung und Untergang: Grunberg, Rudersdorf und die Archivfilme
8 Zusammenfassung
9 Anhang
9.1 Verzeichnis der Tabellen
9.2 Verzeichnis der Abbildungen
9.3 Verzeichnis der Abkurzungen
9.4 Archive
9.5 Ausgewertete Zeitschriften
9.6 Literatur und publizierte Quellen
9.7 Prasident/innen/en (DChG/
GDCh) und Vorsitzende (VDCh)
9.8 Danksagung

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Author Information

Helmut Maier studierte Elektrotechnik und Neuere und Naturwissenschaftsgeschichte in Braunschweig. Seine Doktorarbeit wurde mit dem Rudolf-Kellermann-Preis fur Technikgeschichte ausgezeichnet. Nach einem Jahr als Post-doc in den USA wirkte er am Lehrstuhl fur Wirtschafts- und Technikgeschichte der Ruhr-Universitat Bochum. 2005 habilitierte er sich an der BTU Cottbus fur Technik-, Wissenschafts- und Umweltgeschichte. Seit 2007 hat er den Lehrstuhl fur Technik- und Umweltgeschichte in Bochum inne. Sein Forschungs- und Publikationsschwerpunkt liegt im Bereich der Rustungsforschung wahrend des Nationalsozialismus. Bekannt wurde Helmut Maier durch seine Mitarbeit am Forschungsprogramm der Max Planck Gesellschaft (MPG) zur ?Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus?, wo er fur diesen Bereich verantwortlich zeichnete.
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